You'll never walk alone: Dieses Motto der Jahrestagung 2025 des Netzwerkes Öffentlichkeitsarbeit in der Evangelischen Kirche stand am 11. und 12. März in Hannover symbolhaft für die gemeinsame Kommunikation von Kirche und Diakonie.
Ebenso brachte es den Anspruch beider Institutionen zum Ausdruck, im Sinne des Evangeliums besonders an der Seite derjenigen Menschen zu sein, die vom Leben benachteiligt sind. Zudem markierte der berühmte Liedtitel, den man üblicherweise als Hymne aus Fußballstadien kennt, das fruchtbare Miteinander, das die Arbeit im Netzwerk Öffentlichkeitsarbeit seit mittlerweile fast 60 Jahrzehnten prägt.
Rund 80 Vertreter*innen aus allen Ebenen der evangelischen Öffentlichkeitsarbeit - von Gemeinde bis EKD - und etwa 20 Kolleg*innen aus dem diakonischen Bereich waren ins Hannoveraner Stephansstift gekommen, um über die Kommunikation von Kirche und Diakonie zu diskutieren. Zudem standen ganz praktische Einblicke bei Exkursionen im Fokus, etwa mit einem Obdachlosen durch die Innenstadt der niedersächsischen Landeshauptstadt.
Der Auftakt wurde mit inspirierenden Keynotes von höchst prominenten Leitungspersonen aus Kirche und Diakonie bestimmt: Die EKD-Ratsvorsitzende Kirsten Fehrs und Diakoniepräsident Dr. Rüdiger Schuch kamen ins Gespräch mit Amet Bick und Thomas Gerhold vom Netzwerk Öffentlichkeitsarbeit.
Dabei wurde das Spannungsfeld zwischen mehrheitlich hauptamtlicher diakonischer Organisation, die sich auf dem Markt sozialer Dienstleistungen behaupten muss, und überwiegend ehrenamtlich geprägter evangelischer Kirche aufgezogen - die dennoch beide aufgerufen sind, ihre Arbeit im Weinberg des Herrn zu verrichten.
Gemeinsame Aufgaben wurden benannt: sexualisierte Gewalt, Flucht und Migration, Stärkung der Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Inklusion. Und die Chancen gemeinsamer Kommunikation, wie etwa bei der Kampagne "Verständigungsorte". Deutlich wurde: Damit erreicht man mehr Reichweite und kraftvollere Auftritte. Dabei kann Kirche durchaus den Vertrauensvorschuss der Diakonie nutzen. Gemeinsam gelte es, den Begriff der Nächstenliebe weiter mit praktischem Handeln zu untersetzen. Und damit auch die praktische Relevanz von Kirche und Diakonie zu stärken.
Weiter nahm bei der Tagung des Netzwerkes Öffentlichkeitsarbeit wie immer die Fortbildung eine wichtige Rolle ein: Am zweiten Tagungstag wurden Workshops von KI bis Videoherstellung und LinkedIn angeboten. Besonders spannend: Ein Workshop zur Möglichkeit, mit Menschen von rechter Gesinnung ins Gespräch zu kommen und auf der Bühne gegenüber AfD-Funktionsträger*innen argumentativ zu bestehen. Frank Hiddemann und Jana Huster aus Gera erzählten von ihren Erfahrungen.
Weitere Höhepunkte: Der Empfang der Hannoverschen Landeskirche mit Landesbischof Ralf Meister - und die bereichernde Morgenandacht von Hans-Peter Daub, Vorsitzender der Dachstiftung Diakonie und damit gewissermaßen Gastgeber.
Ein neuer Termin für die Jahrestagung 2026 steht aktuell noch nicht fest.